Unser Jungbulle Caspar beim Schlammbad
Der Wasserbüffel (Bubalus bubalis)
Der Wasserbüffel, das eindrucksvollste landwirtschaftliche Nutztier der Erde mit Zukunft. (Vietmeyer, 1989)
Entsprechend der zoologischen Systematik, gehört der Wasserbüffel zur Klasse der Säuger (Mammalia), zur Ordnung der Paarhufer (Artiodactyla), zur Unterordnung der Wiederkäuer (Ruminantia), zur Familie der Hornträger (Bovidae) und zur Unterfamilie der Rinder (Bovinae). Die Wildrinder Asiens und Afrikas der Unterfamilie Bovinae teilen sich in die zwei Gattungen der Asiatischen Büffel (Bubalus) und der Afrikanischen Büffel (Syncerus).
Diese beiden Gruppen sind sich sehr ähnlich, weisen aber anatomische Unterschiede auf. Die Gattung der Asiatischen Büffel teilt sich in drei Büffelarten: dem Anoa (Bubalus depressicornis), den Tamarao (Bublus mindorensis) und den Arni (Bubalus Arnee) oder auch Indischer Wildbüffel genannt. Von diesen Arten der indischen Büffel ist nur der Arni domestiziert worden.
Die domestizierte Form erhielt den Artnamen Bubalis und ist heute auf der Welt als Wasserbüffel mit der wissenschaftlichen Bezeichnung Bubalus bubalis bekannt. Zwar ist der Wasserbüffel als Haustier erst relativ spät aus einer Wildrindart hervorgegangen, doch herrscht Unklarheit über den Ursprung und die Zeit der Domestikation.
Einige gehen von einer Tierzüchtung in den Reisanbaugebieten von Indo- und Südchina aus, während andere das Zentrum der Domestikation eher in den Dschungel- oder Flussgebieten von Indien für wahrscheinlicher halten. Gesichert ist, dass der Wasserbüffel lange vor unserer Zeitrechnung gezähmt wurde und in enger Verbindung zum Reisanbau steht, bei dem er den schweren, lehmigen Boden pflügt. Das Verbreitungsgebiet des wilden Wasserbüffels dehnte sich früher über weite Teile Indiens, im Osten bis nach Südwestasien und Südchina, im Westen bis nach Mesopotamien aus. Heute ist ihre Ausdehnung auf Vorder- und Hinterindien, Borneo und Mindoro beschränkt.
Dagegen ist die domestizierte Form viel weiter verbreitet: Vorder- und Hinterindien, Indonesien, China, Vorderasien, Ostafrika und Japan. Er drang bis nach Ägypten, auf dem Balkan bis Ungarn, Albanien, Rumänien, Bulgarien, Italien und zur Ukraine vor und wurde auch nach Australien und Südamerika gebracht. Mittlerweile sind Indonesien, Indien, China und Pakistan die Hauptzuchtländer, wobei auch viele europäische Länder wie Spanien, Portugal, Griechenland und die Schweiz wachsende Bestände verzeichnen.
Die Schätzungen des Weltbüffelbestandes gehen weit auseinander, doch haben neue Studien eine Zahl von 180.000.000 Büffeln in 45 Ländern der Welt belegt. Heute gibt es in Europa mehr als 400.000 Wasserbüffel, davon etwa 180.000 in Rumänien und 150.000 in Italien. Der Rest verteilt sich auf die übrigen Donauländer. Schon Anfang des vorigen Jahrhunderts gab es in Deutschland Bestrebungen, den Wasserbüffel anzusiedeln. So gründete bereits 1917 der Tierzuchtinspektor Georg Tartler nach umfangreichen Studien über den Siebenbürgischen Büffel den "Deutschen Büffelzuchtverein" .
Dieser sollte die Aufgabe haben, den Büffel in Deutschland -planmäßig zu züchten . Trotz Hervorhebung der Vorzüge des Büffels und der Hinweise Tartlers darauf,dass das Büffelrind nicht als R i v a l e des hochgezüchteten Rindes, sondern als dessen E r g ä n z u n g eine wichtige Rolle zu spielen hat und dass die Büffel vielmehr in den modernsten, intensivsten Landwirtschaftsbetrieben sehr wirtschaftliche Verwendung finden , konnten sich die Büffel nicht durchsetzen.
Offensichtlich sind damals die wirtschaftlichen Vorteile des Wasserbüffels und sein möglicher Nischenplatz bei der Entwicklung einer intensiven Landwirtschaft in Deutschland nicht erkannt bzw. unterschätzt worden.
Ab Anfang der 80er Jahre haben in D e u t s c h l a n d einzelne Hobbyzüchter und Landwirte mit der Haltung von Wasserbüffeln begonnen. Sie erwarben die ersten Tiere aus Tierparks oder von Züchtern aus Ungarn und Rumänien. Ab Mitte der 90er Jahre erweiterten Importe aus Italien, Rumänien und Bulgarien die deutschen Bestände. in Jahr 2001 gab es in Deutschland ca. 760 Tiere . Im Land Brandenburg waren es ca. 170 Büffel und im Freistaat Sachsen 130 Tiere.
Die größte Herde in Deutschland befindet sich im Land Brandenburg mit ca. 140 Tieren. Zu Beginn des Jahres 2005 zählte der deutsche Bestand bereits ca. 1200 Tiere mit eindeutig steigender Tendenz. Die noch relativ geringe, aber sich dynamisch vergrößernde Büffelpopulation verteilt sich auf etwa dreißig Betriebe, darunter auch eine ständig wachsende Zahl von landwirtschaftlichen Großbetrieben in Brandenburg, Sachsen, Niedersachsen, Bayern, Hessen, Nordrhein-Westfalen, der Eifel und Schleswig-Holstein. Die Rassebildung ist bei den Wasserbüffeln sehr ausgeprägt. Es lassen sich zwei Haupttypen unterscheiden: die Fluss- (Murrah) und die Sumpfbüffel (Kerebao).
Durch Kreuzungen des Flussbüffels sind 22 Rassen entstanden, demzufolge es auch zu einer größeren Verbreitung gekommen ist. Er ist im westlichen Asien, Nahen Osten, Ägypten, der Kaukasusregion, Europa und Südamerika weit verbreitet und wird vorrangig zur Milchgewinnung mit einem hohen Fettanteil und zur Fleischproduktion gezüchtet.
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Themen:
Die Megaherbivorentheorie
Der menschliche Einfluß auf die Vegetation
Die heutige Situation von Landnutzung und Naturschutz
Der Wasserbüffel
Die Eignung von Büffeln zur Beweidung
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